Die Verbindung von NLP und systemischer Aufstellungsarbeit erscheint auf den ersten Blick naheliegend: Beide beschäftigen sich mit Veränderung, inneren Prozessen und menschlicher Wahrnehmung. Und doch beruhen sie in ihren Grundannahmen auf teilweise sehr unterschiedlichen Menschenbildern. Genau diese Spannung macht die Auseinandersetzung – wie etwa bei Klaus Grochowiak – so interessant.
Die grundlegenden Unterschiede von NLP und systemischer Aufstellungsarbeit
Der vielleicht fundamentalste Unterschied liegt in der Frage:
Wo entsteht das Problem – und wo liegt die Lösung?
NLP: Die subjektive Konstruktion von Wirklichkeit
- Wahrnehmung,
- innere Repräsentationen,
- Sprache,
- Bewertungen,
- Glaubenssätze,
- emotionale Verknüpfungen.
Wie organisiert ein Mensch sein Erleben innerlich?
- neue Bedeutungsgebung,
- veränderte Wahrnehmung,
- neue Denk- und Verhaltensstrategien,
- Ressourcenaktivierung,
- Zielorientierung.
Aufstellungsarbeit, z.B. nach Hellinger: Eingebundensein in größere Systeme
- unbewusste Loyalitäten,
- ausgeschlossene Personen,
- übernommene Gefühle,
- transgenerationale Dynamiken,
- Störungen in Zugehörigkeit oder Ordnung.
„In welches systemische Geschehen ist dieser Mensch eingebunden?“
Unterschiedliche Haltung zur Veränderung
NLP
- Ziele definieren,
- Ressourcen aktivieren,
- Muster verändern,
- Handlungsspielräume erweitern.
Aufstellungsarbeit
- Wahrnehmen,
- Anerkennen,
- Würdigen,
- „das nehmen, was ist“.
- NLP fragt eher: „Wie kann Veränderung gelingen?“
- Aufstellungsarbeit fragt eher: „Was wirkt hier eigentlich – unabhängig vom bewussten Wollen?“
Wo liegen die Verbindungsstellen?
1. Beide arbeiten mit inneren Bildern und Repräsentationen
Im NLP:
- Bodenanker,
- Timeline-Arbeit,
- Teile-Arbeit,
- Submodalitäten.
In der Aufstellungsarbeit:
- Stellvertreter,
- Raumpositionen,
- Figuren,
- Bodenanker,
- systemische Bilder.
2. Beide nutzen Erfahrungslernen statt bloßer Analyse
- Erleben,
- Wahrnehmung,
- neue Perspektiven,
- emotionale Erfahrungen,
- verkörperte Erkenntnisse.
3. Beide interessieren sich für Muster
Wie können sich beide Ansätze gegenseitig befruchten?
NLP kann Aufstellungen ergänzen durch:
Struktur und Zielorientierung
- klarere Zielarbeit,
- präzisere Sprache,
- bessere Auftragsklärung,
- konkrete Transferarbeit.
Ressourcenorientierung
- Stabilisierung,
- Ressourcenaktivierung,
- Selbstwirksamkeit,
- konkrete Handlungsmöglichkeiten.
Aufstellungen können NLP ergänzen durch:
Tiefere systemische Perspektive
- Herkunftssysteme,
- transgenerationale Dynamiken,
- Bindung,
- Zugehörigkeit,
- unbewusste Loyalitäten.
Mehr Prozessoffenheit
- Nicht-Wissen,
- Resonanz,
- Prozessvertrauen
- und phänomenologischer Wahrnehmung ein.


